KANNST DU DAS PARADIES ERTRAGEN?

Achtzigtausend Gedanken in deinem Kopf, jeden Tag, ein Radioprogramm, das spricht und spricht und eine Welt konstruiert, die es nie gab. Und es konstruiert ein ”ich”, das du nie warst. Dein wahres Selbst ist von einer Größe und Schönheit, die deine Gedanken nicht erfassen können.

Draußen: das Paradies.
Du: der reichste Mensch auf Erden.
Kannst du das ertragen?

In der Stille, im Kontakt zum Körper und zum Atem gibt es keine Alternative.
Da ist nur das Selbst, das du wirklich bist und immer warst – und es beobachtet dieses ich, das du nie warst: liebevoll, geduldig, abwartend und wissend.

Das falsche du wird gehen und vergehen, die achtzigtausend Gedanken ziehen vorüber.
Und auch du gehst vorüber, gehst gerade jetzt durch das Paradies dieser deiner Realität.

Beginne, es zu ertragen.
Beginne dann, es zu genießen indem du erwachst zum Leben und zur Liebe.
Denn jetzt bleibt nur Liebe. Die Liebe, die Du immer warst – und in allem um dich herum.

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In der Achtsamkeit spürst du die Zärtlichkeit Gottes

Meditiere nicht. Sitze einfach. Atme. Lass dir Zeit, viel Zeit. Gehe atmend und sitzend über die Zeit hinaus und in sie hinein, gehe leichten Schrittes in die Wahrheit der Zeit hinein: ins Jetzt.

Praktiziere keine Gehmeditation. Gehe einfach. Spüre den Boden, den Fuß, den Schritt, die Muskeln, die sanfte Berührung der Kleidung auf deiner Haut.

Fühle. Rieche. Sieh und schmecke dies alles, denn es hat den Geschmack der Freude. Und höre, höre genau hin, lausche auf alles, was klingt und was nicht klingt, in dir und außerhalb von dir.

Jeder Windhauch wird zu einem zärtlichen Streicheln einer liebenden Hand, jedes vorbeifahrende Motorrad zu einem lieben Wort, in dein Ohr geflüstert, leise und zart. Jeder Duft und Gestank überrascht deine Sinne liebevoll, jede Störung wird zum Liebesgeschenk, eingepackt in lustiges Papier, jeder Gedanke zum gern gesehenen Gast, der kommt, eine Weile bleibt und seiner eigenen wunderbaren Wege gehen darf.

Du bist geliebt, zutiefst geliebt und in der Stille findest du das Streicheln Gottes, die Zärtlichkeit des Lebens für dich. Du wusstest es. Doch es war immer schon so nah, dass es unmöglich schien: so viel Glück, so viel Liebe ohne Mühe, ohne Aufwand, ohne Angst.

DIE LIEBE, DIE DU VERDIENST

Mehr als alles andere, wollen wir gesehen werden.
Gesehen werden in erwachter Annahme, ohne jedes Urteil.
Gesehen werden von liebenden Augen.

Denn ”gesehen werden” ist das, was wir am meisten fürchten.
Mehr als den Tod
fürchten wir den stechenden Blick der Intimität.

Und sehnen uns doch danach.

So viel Mut ist nötig, dich zu zeigen!
Die Maske abnehmen, das Schlimmste fühlen
schlimm aussehen
ohne die Maske (obwohl du darunter ersticktest) und sagen:
”Schaut. Seht her, die ganze Welt: hier bin ich”.

Dich zu zeigen
bevor du bereit bist.

Wenn du dich verfault fühlst, schmutzig, verkommen und wenig liebenswert, unentwickelt, langweilig, konfus, einsam, gebrochen, traurig, wütend und verletzt – dich dann sehen zu lassen.

Da, in diesen groben Ort deiner Scham,
lass dort das Licht hinein.

Komm aus dem Versteck und laden jemanden ein,
in diese ”private” Welt.
Lass diesen Jemand dein wahres, authentisches Du erleben.
Hinter der armseligen Schutzwand unserer Identität.

Sag:”Schau mich an, hier bin ich”.

Geh das Risiko ein, geliebt zu werden!
Geh auch das Risiko ein, abgelehnt zu werden, ja.

Das Risiko, dich wieder einmal zu schämen, ausgelacht zu werden, lächerlich zu sein, wieder einmal, vielleicht.
Das Risiko, ein Verlierer zu sein.
Krank, gebrochen, hässlich und schwach.

Aber das Risiko, geliebt zu werden?

Ja. Geh dieses Risiko heute ein!
Das Leben ist kurz.
Welch anstrengender Versuch,
dein Selbst zu unterdrücken!

Zeig dich ungeschönt.
Zeig deine Verletzlichkeit.
Zeig das Du, das keinen Schutz hat,
keine Antworten und keine Erfahrung.
Das unvollständige Du, das fehlerhafte Du.
Zeig es. Zeig es jetzt.

Deine tiefste Scham wird nur im Licht deiner Liebe geheilt.

Deine Schwächen
sie sehnen sich nach nichts anderem
als nach zärtlicher Bewusstheit,
nach einer so bewussten Zartheit,
dass sie Universen gebären kann,
nur um sich selbst zu finden.

Du kannst jetzt in die Arme eines liebenden Menschen fallen.
Der dich hält. Nackt. Ungeschützt und unvollkommen.

Liebenswert.
Genau so, wie du bist.

Nur dies ist die Liebe, die du verdienst.
Nur diese wahre Menschenliebe, die Liebe Gottes.

Eine Liebe, die dich in Güte badet,
wenn du dich am meisten schämst,
am meisten ängstigst,
deinen Weg so ganz verloren hast.

Wenn du dich am kleinsten fühlst
wird diese riesengroße Liebe dich halten.

Gib dich niemals mit weniger zufrieden.

– Jeff Foster

Übersetzung: Volker Winkler

Geh gelassen durch unruhige Zeiten

Du fühlst jeden Schritt bewusst. Du spürst kleinste Details des Fußkontaktes und der Bewegungen deiner Beine, deiner Arme, deines Rückens. Je bewusster dein Schritt wird, desto mehr gehst du um zu gehen, nicht um anzukommen. Je bewusster dein Schritt wird, desto mehr lässt du dich von all dem überraschen und begeistern, was dein Verstand übergeht und als bekannt und unerheblich betrachtet.

So gehst du mit Freude, in der Freude und immer mehr in die Freude, tiefer und tiefer. Jeder Schritt ein Genuss, egal wo und egal wohin. Egal auch, wie momentan deine Lebenssituation ist, denn deine Lebenssituation ist nicht dein Leben. Dein Leben ist jetzt, ist dieser Schritt, dieses Gefühl, jetzt, nur jetzt.

Gehst du im Jetzt dann gehst du mit unendlicher Stabilität und Kraft. Gehst du mit jedem Schritt mehr und mehr heraus aus dem Gefängnis der Unbewusstheit und mehr und mehr hinein in die Freude der Bewusstheit, dann gehst du gelassen und frei – auch durch unruhige Zeiten und über holprige Wege. Und es darf dann egal sein, wohin dein Weg genau führt. Er führt dich von selbst, dein Weg. Der Weg selbst ist deine Führung, du wirst geführt, von ihm, von dir und vom Jetzt. Vertraue darauf und genieße. Jeder Schritt zeigt dir: es geht. Du gehst. Bewusst und frei.

DER FREUND

„Der Atem als Verbindungsstück zwischen Körper und Geist und als bester Freund ist tatsächlich immer da, wenn wir ihn brauchen. Und wir brauchen ihn oft, ja wir brauchen ihn fast immer, denn die Tendenz unseres Geistes, sich zu verzetteln und zu verlieren, alten Gewohnheiten zu folgen und überall Probleme und Schwierigkeiten zu erkennen und auch selbst zu produzieren ist normalerweise stark ausgeprägt.

Doch der beste Freund hat viel Geduld und ist auf sanfte Weise sehr beharrlich. Solange ich lebe, wird er nicht aufhören, seinen Rhythmus fortzusetzen: ein – aus, ein – aus. Ich muss ihn nicht daran erinnern, ich muss ihn nicht darum bitten. Ich muss – oder kann – ihm folgen. Das ist alles. Der Freund reicht mir sozusagen in jedem Moment seine Hand zur Hilfe. Warum sollte ich sie nicht ergreifen?“

„Gehmeditation im Alltag“: http://ow.ly/ZLReK

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„Und über alles legt sich schnell wieder der Schleier der Gedankenaktivität, bald dumpf und diffus, bald in klareren Urteilen, Bewertungen, Kommentaren, Vergleichen etc. Das ist normal und ganz natürlich. Kehren Sie einfach wieder zum Atem und zu dem ruhigen Rhythmus ihrer Schritte zurück: Einatmung – links, Ausatmung – rechts.“

„Gehmeditation im Alltag“: http://ow.ly/ZLReK